Familie Zgraggen, Erstfeld - meinbauer.ch
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zgraggen

Sich nicht behindern lassen

In Erstfeld verengt sich der Talboden des Kantons Uri merklich. Reuss, Strasse, Autobahn und Schienen beanspruchen einiges des vorhandenen Lands. Doch einige Bauernhöfe verbleiben. Dazu gehört jener der Familie Zgraggen: Wisi und Angelika mit ihren vier Kindern Thomas, Reto, Ivan und Leonie bewirtschaften hier einen Hof mit Mutterkühen. Seit einem Arbeitsunfall muss Wisi bis auf einen Stumpf ohne Arme zurecht kommen. Ebenfalls auf dem Betrieb leben und arbeiten die Eltern von Wisi, Alois und Silvia Zgraggen.

Im Jahr 2014 – dem offiziellen UNO-Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe – führen sie auf einer facebookseite stellvertretend für die Bauernfamilien im Kanton Uri ein öffentliches Tagebuch über ihre Arbeit und ihr Leben. Du kannst daran teilhaben, indem du auf www.facebook.com/familiezgraggen «Gefällt mir» klickst oder ohne facebook-Konto vorbeischaust.

 

Steckbrief

Familie Zgraggen: Wisi und Angelika mit Thomas, Reto, Ivan und Leonie

25 ha landwirtschaftliche Fläche in der Voralpinen Hügelzone sowie in der Bergzone 1 und 2
Produktion nach ökologischem Leistungsnachweis

Tiere:

  • 45 Mutterkühe der Rasse Dexter
  • 15 Aufzuchttiere
  • 2 Stiere
  • 3 Zwergziegen
  • 5 Hühner
  • 1 Hund & einige Katzen

Kulturen:

  • Wiesen und Weiden

Weitere Angebote:

  • Hofladen & Wochenmarkt
  • Gastrobetrieb
  • Massenlager & Zeltplatz
  • Stallvisite

 

Betrieb

IMG 4339Der Betrieb der Bauernfamilie Zgraggen liegt im Urner Talboden, dort wo es beginnt eng und bergig zu werden. 2010 haben ihn Wisi und Angelika von Wisi’s Eltern, Alois und Silvia, übernommen. Seit dem Arbeitsunfall von Wisi betreiben sie keine Milchwirtschaft mehr, sondern halten Mutterkühe der Rasse Dexter. «Diese Rasse ist klein, aber oho!», schwärmen sie. Die handliche Grösse hilft im Umgang und verringert die Trittschäden auf den Weiden.

Wie im Berggebiet üblich, verkaufen die Zgraggens nicht nur das Fleisch ihrer Jungtiere. Sie sind auch leidenschaftliche und erfolgreiche Dexter-Züchter. 2013 belegten sie an einer Tierschau in allen Kategorien den ersten Platz. «Wir hatten allerdings auch am meisten Tiere dieser Rasse im Rennen», relativiert Wisi den Grosserfolg. Das nur mit dem eigenen Raufutter produzierte Fleisch verkaufen sie zu 100 Prozent frisch abgepackt direkt an die Konsumenten, vor allem an Kunden aus dem Urnerland. Ein lokaler Betrieb schlachtet, lagert und zerlegt es. Um das Verpacken kümmern sich die Zgraggens selber. Die Qualität scheint zu überzeugen: «Wir haben immer eine lange Liste von interessierten Kunden.»

Wisi und Angelika Zgraggen bewirtschaften den Betrieb in der fünften Generation – zumindest unter diesem Namen. Damals heiratete der UrUrgrossvater in die Familie Furrer ein. «Die Betriebe im Urnerland waren anno dazumal sehr klein, meist keine zwei Hektaren gross», erzählt Wisi. Mehr hätte eine Bauernfamilie infolge der vielen Handarbeit nicht bewältigen können. Heute bewirtschaften Angelika und Wisi rund 25 Hektaren. Bis letztes Jahr gehörte noch eine Pacht im Tessin dazu, deren Bewirtschaftung ihnen aber zu aufwendig wurde. «Wir möchten den Betrieb mehr arrondieren, also Flächen abtauschen, so dass alles möglichst rundherum liegt», sagt das Betriebsleiterpaar. Sie möchten den Betrieb einmal in einem guten Zustand einem der Kinder übergeben. Interessenten gibt es bereits….

 

 

Familie

IMG 4401Kennengelernt haben sich Wisi und Angelika im Trachtenverein Altdorf. «Deshalb sind wir immer noch passive Aktivmitglieder», sagen sie und lachen dabei. Angelika ist gelernte Arztgehilfin, Bäuerin war eigentlich nie ihr Berufswunsch – bis sie Wisi kennenlernte. Im Jahr 2000 heirateten die beiden, zwei Jahre später bringt ein Unfall eine Zäsur in ihr Leben: Wisi verliert beide Arme, als er an der verklemmten, laufenden Rundballenpresse herumhantiert. Er überlebt den schweren Unfall, es bleibt ihm aber nur ein Stumpf an der linken Schulter.

Trotzdem änderte sich nichts an seinem Traumberuf: Bauer. Nach einigen Umstellungen, zum Beispiel von Milch- zu Mutterkühen und Anpassungen an den landwirtschaftlichen Maschinen, übernahmen er und Angelika 2010 den Betrieb von seinen Eltern. Der Vater ist heute sein Angestellter, die beiden arbeiten oft zusammen, da er immer mal wieder auf Hilfe angewiesen ist. Eine wichtige Stütze ist ihm Angelika, die neben Kindern und Haushalt alle Büroarbeiten erledigt, sich im Direktverkauf des Fleisches betätigt und bei Bedarf auf dem Betrieb Hand anlegt. Unterdessen helfen auch die Kinder Thomas, Reto,Ivan und Leonie tatkräftig mit. Mit den Maschinen können die drei Söhne bereits bestens umgehen. Der Älteste, Thomas, hat sogar seine eigene Werkstatt. Sein Berufswunsch ist sonnenklar: «Ich will Bauer werden». Die Familie Zgraggen ist zudem sportlich unterwegs: Man trifft sie beim Wandern, auf den Tourenskis oder auf dem Velo. Ausflugsziele gibt es rundherum zahlreiche.

Wisi’s Mutter Silvia hat ihr eigenes Geschäft auf dem Hof. Sie kümmert sich zusammen mit Wisi’s Schwester, sie heisst ebenfalls Silvia und ist gelernte Floristin, um den Hofladen, der auf Blumen und Gebinde spezialisiert ist, und die Gästebewirtung in der Zgraggenstube. Von April bis November gehen die beiden jeden Samstag auf den Wochenmarkt in Altdorf. Dort verkaufen sie auch Trockenfleisch und -würste der Dexterkühe von Wisi und Angelika.

 

 

Bilder

 

Kontakt

Angelika und Wisi Zgraggen
Wilerstr. 67
6472 Erstfeld
Tel. 041 880 01 19

www.dexterzucht.ch

 

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